
Der brandenburgische Flugzeughersteller Aquila hat offenbar die Produktion von Flugzeugen eingestellt. Einem Medienbericht zufolge hat ein Großteil der Belegschaft die Kündigung erhalten. Das Ersatzteilgeschäft soll aber weiterlaufen. Anfragen von Luftraum Ost an das Unternehmen blieben bislang aber unbeantwortet.
Am Flugplatz Schönhagen bei Trebbin in Brandenburg werden nach Informationen des Fachmagazins aerokurier keine neuen Aquila-Flugzeuge mehr gebaut. Wie die Redaktion unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, erhielten 32 der knapp 40 Beschäftigten Ende August ihre Kündigung. Im selben Monat wurde das vorerst letzte Flugzeug an einen deutschen Kunden ausgeliefert.
Eine verkleinerte Mannschaft soll den Betrieb und den Ersatzteilverkauf aufrechterhalten. Auch die Genehmigungen als Produktions- und Entwicklungsbetrieb sollen bestehen bleiben.
Schul- und Reiseflugzeuge aus Brandenburg
Aquila fertigte in Schönhagen einmotorige Zweisitzer in Faserverbundbauweise. Die Modelle richten sich an Flugschulen, Vereine und private Halter und werden zur Pilotenausbildung sowie für Reiseflüge eingesetzt. Auch Flugschulen am Standort Schönhagen nutzen Aquila-Maschinen.
Die Geschichte des Flugzeugbauers reicht bis 1996 zurück. Nach Insolvenzen früherer Betreibergesellschaften in den Jahren 2005 und 2015 übernahm der türkische Automobilzulieferer BPlas den Betrieb 2016. Für die heutige AQUILA Aviation International GmbH waren bei einer Recherche von Luftraum Ost am 21. Oktober keine Insolvenzbekanntmachungen auffindbar.
Zu den Gründen für den berichteten Produktionsstopp und zur wirtschaftlichen Lage hat sich das Unternehmen auf Anfrage dieser Redaktion bislang nicht geäußert.


