Terminal des Flughafens Rostock-Laage: Während der einwöchigen Sperrung werden die betroffenen Ferienflüge über Lübeck abgewickelt. (Archivfoto: Flughafen Rostock-Laage)

Eine Woche lang können in Rostock-Laage wegen Wartungsarbeiten keine Flugzeuge starten und landen. Der Termin stand seit November 2025 fest. Auf seiner Website wies der Flughafen offenbar aber erst kurz vor Beginn auf die Sperrung hin.

Rund elf Monate stand der Termin für die Sperrung des Flughafens Rostock-Laage fest. Doch wer sich auf der Website des Flughafens informierte, fand dort offenbar erst zwei Tage vor Beginn einen Hinweis auf die Schließung und die Verlegung der Ferienflüge nach Lübeck. Inzwischen berichtet der zivile Betreiber von täglich mehreren Hundert Anfragen und erheblichen organisatorischen Belastungen.

Die lange Vorlaufzeit bestätigte eine Sprecherin der Luftwaffe auf Anfrage von Luftraum Ost: Die notwendigen Instandhaltungsarbeiten waren bereits im Sommer 2025 geplant worden, der konkrete Zeitraum für die Schließung stand seit November fest.

Ein Vergleich archivierter Versionen der Flughafenwebsite zeigt jedoch: Noch am Freitag, 9. Oktober, war dort kein entsprechender Hinweis zu finden. Erst in der Version vom Samstag, 10. Oktober, wurde über die bevorstehende Sperrung informiert. Am Montagmorgen wurde der Flugbetrieb eingestellt. Betroffen sind seitdem unter anderem Verbindungen von Corendon Airlines nach Antalya und Heraklion.

Ob Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter die betroffenen Reisenden bereits früher direkt informiert hatten, ist noch nicht bekannt. Eine Anfrage von Luftraum Ost an Corendon Airlines zum zeitlichen Vorlauf und zur Information der Fluggäste blieb bislang unbeantwortet.

Luftwaffe informierte Flughafen bereits im Juni 2025

Nach Angaben der Luftwaffe erfuhr die zivile Flughafengesellschaft bereits im Juni 2025 bei regelmäßigen Besprechungen von den erforderlichen Arbeiten. Im November sei dann der Zeitraum für die Schließung festgelegt worden. Bis zum Beginn der Sperrung blieben damit rund elf Monate. Die Abstimmung mit den betroffenen Fluggesellschaften habe in der Verantwortung des zivilen Betreibers gelegen, betonte die Sprecherin.

Zwischen der ersten Information und der Festlegung des Termins durch die Luftwaffe wechselte allerdings der Eigentümer der Betreibergesellschaft: Im Oktober 2025 übernahm die Berliner Beteiligungsgesellschaft Crisp Partners den zivilen Flughafenbetrieb von der Zeitfracht-Gruppe. Die erste Unterrichtung durch die Luftwaffe fiel somit noch in die Zeit des früheren Eigentümers, die endgültige Terminplanung bereits in die des neuen. Ob und in welchem Umfang die Informationen zu den geplanten Arbeiten bei der Übernahme weitergegeben wurden, ist offen.

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Flughafen berichtet von erheblicher Belastung

Wie stark die Folgen der Sperrung den Flughafen derzeit beanspruchen, macht dessen Antwort auf eine Anfrage von Luftraum Ost deutlich. Am Dienstag teilte die Flughafengesellschaft mit, Fragen zu den Hintergründen der Arbeiten momentan nicht beantworten zu können. Täglich gingen im Informationspostfach mehrere Hundert Anfragen von betroffenen Fluggästen, Reiseveranstaltern und weiteren Beteiligten ein. Sämtliche verfügbaren personellen und organisatorischen Kapazitäten würden eingesetzt, um die Auswirkungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten.

Eine inhaltliche Stellungnahme stellte die Gesellschaft erst für Mitte der kommenden Woche in Aussicht – und damit für die Zeit nach dem geplanten Ende der einwöchigen Schließung.

Hinweise zum Bustransfer nachträglich ergänzt

Für die betroffenen Urlauber bedeutet die Sperrung zunächst einen längeren Anreiseweg: Ihre Ferienflüge starten derzeit am rund 170 Kilometer entfernten Flughafen Lübeck. Die Fahrt dorthin dauert nach Angaben des Rostocker Flughafenbetreibers etwa zwei Stunden.

Inzwischen informiert der Flughafen auch über einen kostenlosen Bustransfer zwischen Rostock-Laage und Lübeck. Die Hinweise dazu wurden nachträglich auf der Website ergänzt, wie der Vergleich der archivierten Seiten zeigt. Der aktuell veröffentlichte Busfahrplan umfasst Fahrten vom 15. bis zum 18. Oktober. Für die bereits am 13. Oktober umgeleiteten Flüge enthält er keine Verbindungen.

Hinweis auf der Website des Flughafens Rostock-Laage am 11. Oktober zur anstehenden Sperrung und zur Verlegung der Flüge nach Lübeck. Informationen zum kostenlosen Bustransfer fehlen in dieser Fassung noch. (Screenshot: web.archive.org)

Bereits im Oktober 2024 hatte es eine vergleichbare Sperrung gegeben: Damals musste Rostock-Laage wegen militärischer Instandhaltungsarbeiten für zehn Tage schließen – ebenfalls während der Herbstferien. Die betroffenen Ferienflüge wurden schon damals nach Lübeck verlegt, die Flughafengesellschaft organisierte einen kostenlosen Bustransfer.

14 Eurofighter vorübergehend in Polen

Anlass für die aktuelle Schließung sind erneut Arbeiten an der militärischen Infrastruktur des gemeinsam genutzten Flugplatzes. Nach Angaben der Luftwaffe werden die Start- und Landebahn sowie weitere Flugbetriebsflächen ausgebessert. Hinzu kommen Markierungsarbeiten und die Wartung der militärischen Fangseilanlagen.

Den Termin zu Beginn der Herbstferien begründet die Luftwaffe mit militärischen Erfordernissen und der Verfügbarkeit der benötigten Fachfirmen. Ziel sei gewesen, die Auswirkungen auf das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ möglichst gering zu halten.

14 Eurofighter wurden deshalb vorübergehend auf den polnischen Militärflugplatz Posen verlegt. Dort könne der Flugbetrieb uneingeschränkt fortgesetzt werden, erklärte die Sprecherin. Die Einsatzbereitschaft des Verbandes sei daher nicht beeinträchtigt.

Aufgrund der Arbeiten am Flughafen Rostock-Laage sind 14 Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ für drei Wochen in Poznań-Krzesiny stationiert. (Foto: Bundeswehr|Harnack)

Andere Zeiträume für die Bauarbeiten seien geprüft, wegen der zu erwartenden Einschränkungen und fehlender Möglichkeiten zur Verlegung der Kampfflugzeuge jedoch verworfen worden.

Auch nach der Wiedereröffnung sind Einschränkungen geplant

Für den zivilen Verkehr soll die einwöchige Sperrung am Montag, 19. Oktober, um 8 Uhr enden. Im militärischen Bereich reichen die in den Luftfahrtmeldungen (NOTAMs) ausgewiesenen Einschränkungen dagegen bis zum 29. Oktober. Den längeren Zeitraum begründet die Luftwaffe mit der Verlegung des Flugbetriebs nach Polen. Dafür seien insgesamt drei Wochen vorgesehen – einschließlich der anschließenden Rückkehr der vorübergehend in Posen stationierten Kampfflugzeuge nach Laage.

Auch im zivilen Betrieb ist nach der Wiedereröffnung noch mit Einschränkungen zu rechnen: Zwischen dem 19. und 22. Oktober soll es nach Angaben der Luftwaffe wegen weiterer Instandhaltungsmaßnahmen zeitweilige Schließungen geben. Diese würden jeweils durch entsprechende NOTAMs angekündigt.

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